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Die Kinder schlummern

Die Kinder schlummern in den Kissen,
Weich, weichen Atems, nebenan,
Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen
Nicht was mit diesem Tag verrann.

Wir aber fühlen jede Stunde,
Die uns mit leisem Flügel streift
Und wissen, daß im Dämmergrunde
Der Zeit uns schon die letzte reift.

Wir sitzen enggeschmiegt im Dunkeln.
So träumt sich's gut. Und keines spricht.
Durchs Fenster fällt ein Sternenfunkeln,
Vom Ofen her ein Streifchen Licht.

Einmal, im Schlaf, lacht eines der Kleinen
Ganz leis. Was es wohl haben mag?
Springt es mit seinen kurzen Beinen
Noch einmal fröhlich durch den Tag?

Ein Mäuschen knabbert wo am Schragen,
Knisternd verkohlt ein letztes Scheit,
Die alte Uhr hebt an zu schlagen -
Da sprichst du leis: "Komm, es ist Zeit!"

Gebet.

Herr, laß mich hungern dann und wann,
satt sein macht stumpf und träge,
und schick' mir Feinde, Mann um Mann,
Kampf hält die Kräfte rege.

Gib leichten Fuß zu Spiel und Tanz,
Flugkraft in goldne Ferne,
und häng' den Kranz, den vollen Kranz,
mir höher in die Sterne.

Am Himmelstor.

Ich träumte mich auf einem bangen Weg,
auf einem hohen, schwindelschmalen Steg,
der führte mich bis an das Himmelstor.
Da stand ich lange, ohne Mut, davor.

Und zitternd griff ich nach dem rost'gen Ring,
das Himmelsglöcklein an zu läuten fing;
mein Herz erschrak vor seinem hellen Klang,
ein armer Sünder auf dem letzten Gang.

Dann rasselte ein großer Schlüsselbund,
ein Knarren, bis der Himmel offen stund;
doch hascht' ich nur von seiner Herrlichkeit
mit scheuem Blinzeln einen Streifen breit,

ein Wiesengrün und einen Engelsfuß.
Sankt Peter barg mir jeden weitern Gruß
mit breitem Rücken und erschreckte mich
mit barschen Fragen: “Freund, wer schickte dich?”

“Mich schickte keiner.” “Und was suchst du hier?”
“Nach Erdennot ein ruhiges Quartier,
ein Flügelpaar und himmlisches Gewand,
ein Tröpfchen Tau aus Gottes hohler Hand.”

“Hast du zu solchen Dingen auch ein Recht,
warst du auf Erden ein getreuer Knecht?”
“Ich war Poet.” “Und kommst zu Fuß hier an?
Wo hast du deine Flügel hingetan?”

“Ich schämte mich, weil sie so sehr beschmutzt
und ihre schönsten Federn arg gestutzt,
weil durch das Fliegen nach dem Flitterkranz
des Menschenruhmes dunkel ward ihr Glanz.”

“Und deinen Kranz?” “Ich hab' ihn abgelegt,
daß man mit andern ihn zum Kehricht fegt,
und komm' nun nackt und ohne Glorienschein.”
Da sprach der Pförtner gütig: “Komm, tritt ein.”

Das Birkenbäumchen

Ich weiß den Tag, es war wie heute,
ein erste Maitag, weich und mild,
und die erwachten Augen freute
das übersonnte Morgenbild.

Der frohe Blick lief hin und wieder,
wie sammelt er die Schätze bloß?
So pflückt ein Kind im auf und nieder
sich seine Blumen in den Schoß.

Da sah ich dicht am Wegesaume
ein Birkenbäumchen einsam stehn,
rührend im ersten Frühlingsflaume.
Konnt' nicht daran vorübergehn.

In seinem Schatten stand ich lange,
hielt seinen schlanken Stamm umfaßt
und legte leise meine Wange
an seinen kühlen Silberbast.

Ein Wind flog her, ganz sacht, und wühlte
im zarten Laub wie Schmeichelhand.
Ein Zittern lief herab, als fühlte
das Bäumchen, daß es Liebe fand.

Und war vorher die Sehnsucht rege,
hier war sie still, in sich erfüllt;
es war, als hätte hier am Wege
sich eine Seele mir enthüllt.

Die Morgenpredigt

Die Felder lagen still und schwer,
der Sommer brachte Segen.
Wir gingen kreuz und gingen quer
und kamen von den Wegen.

Es stand ein roter Mohn im Korn
und eine weiße Winde,
es hing ein kleines Nest im Dorn,
aus Halmen und aus Rinde.

Ein Sonntag war's, das Dorf versteckt
in Andacht und in Frieden,
und wir, von Wall und Busch umheckt,
von allen abgeschieden.

Dort fiel nun wohl vom Kanzelbord
in die erbaute Menge
gar manches gute Liebeswort
und manches Wort der Strenge.

Hier ward uns eine Predigt rings
aus Sonne und aus Stille,
das Leuchten eines Schmetterlings,
das Zirpen einer Grille.

Und hier und da ein Liebeswort
so abseits von den Wegen.
Die Ähren wogten leise fort,
der Sommer brachte Segen.

Gestorben.

Der Himmel senkte seine grauen Fahnen
tief auf des Parks umflorte Sommerwipfel,
und durch die stillen Schattengänge schwebten
der Schwermut dunkle Falter leisen Fluges.
Die hohen Ulmen weinten und die Birken,
die ernsten Koniferen und die Rosen,
und durch den feuchten Schleier sah das Haus
mit seinen dichtverhängten Fenstern wie
ein müdes, bleiches Menschenangesicht,
dem Gram die heißen, kranken Lider schloß.

Des Gartens offnes Gitter lockte mich,
und ich trat ein. Die dunklen Ulmen leerten
wie fassungslos des Kummers Schalen aus,
und auf den Beeten weinten alle Blumen,
und von den Rasen neigten sich die Gräser
auf meinen Fuß und netzten ihn mit Tränen.

Die erzgegossene Sphinx nur an der Treppe
sah kalt und unbewegt in diesen Jammer
mit großen, leeren Augen, daß mir grauste.
Und doch war über ihren schwarzen Leib
ein ganzer Zweig voll schwerer gelber Rosen,
wie aufgelöst in lauter Leid, gesunken
und schüttelte der Schmerzen heiligen Tau
aus seinen goldenen Kelchen auf sie nieder.

Und aus der Villa trat ein dürres Männchen,
ein alter Herr mit einer Aktenmappe,
mit Brille, Regenschirm und Florzylinder.
Er sah mich fragend an: »Was suchst du hier?«
Und zögernd kam es von den schmalen Lippen:
»Sie wissen doch? die Poesie ist tot.«

Wie Dolchstich traf das Wort, und ich erschrak.
Und wie ein Schluchzen ging es durch die Bäume,
stieg aus den Wurzeln bis in alle Kronen.
Die Birken weinten und die hohen Ulmen,
die Koniferen und die dunklen Rosen,
und wie ein Schüttelfrost durchlief es jäh
den gramgebeugten gelben Rosenstrauch,
der um den Hals der strengen, starren Sphinx
die schlanken Arme warf: Fühlst du denn nichts?
Fühlst du denn nichts? Die Poesie ist tot.

Thies und Ose

In Wenningstedt bei Karten und Korn
erschlug einst ein Bauer in jähem Zorn
seinen Gast. Thies Thießen war stark,
und der Hansen ein Stänker um jeden Quark.

Nun lag er bleich und im Blut auf dem Stroh.
Aber wo war Thies Thießen? Wo?
Sie suchten ihn und fanden ihn nicht,
und der Galgen machte ein langes Gesicht.

Ose, des Mörders Weib, kam in Not.
Vier Kinder wollten von ihr Brot.
Ihr Kram ging zurück. Stück für Stück
ward verkauft, und sie suchte bei Fremden ihr Glück.

Doch stand sie in Ehren bei jedermann
und tat ihnen leid. Die Zeit verrann,
und Thies Thießen war und blieb
weg, als wäre die Welt ein Sieb.

So wurden es Jahre. Auf einmal fing's
zu tuscheln an, bis nach Rantum ging's:
Habt ihr gesehn? Schon lange. Nanu!
Meint ihr? Und sie nickten sich zu.

Sie war doch sonst ein ehrlich Weib,
nun schreit ihre Schande das Kind im Leib.
Mit wem sie's wohl hält? Das Mannsvolk ist toll!
– Das war ein Geschwätz, alle Stuben voll.

Die fromme Ose ertrug es in Scham,
kein Wort über ihre Lippen kam.
Nur einem fraß es am Herzen und fraß,
bis ihm der Schmerz in den Fäusten saß.

Und eh sich's die Lästermäuler versahn,
stand er auf: Ich hab's getan!
Und standen alle und glotzten sehr:
Thies Thießen? Gott sei bei uns! Woher?

Nicht verrat ich das Dünenloch,
und ihr findet es nimmer. Sie aber fand's doch.
Und geht's um den Hals, das Kind ist mein.
Und verdammt, wer's nicht glaubt. Ich bläu's ihm ein.

Und er sah elend aus und schwach,
und er hielt sie wie ein Gespenst in Schach,
bis ihnen allen allmählich klar,
daß der da wirklich Thies Thießen war. –

Der Hansen war tot, von keinem vermißt,
ein Säufer war er und schlechter Christ.
Aber der Thießen, ein Kerl ist er doch!
Und die Ose, gibt's eine Bravere noch?

Alle die Jahre in Elend und Not
teilte sie ihr Hungerbrot
treulich ihm mit. Und jetzt weinte sie da
an seinem Hals. Es ging allen nah.

Sie kauten und spuckten und sahen sich an
und schoben sich sacht an Thießen heran
und brummten und schüttelten ihm die Hand.
Das war ihr Gericht. Und so blieb er im Land.

Das Wunder

Das Gräflein saß auf seinem Schloß
so recht in vollem Fett,
nur eins blieb ihm versagt: Ein Sproß
aus ehelichem Bett.
Es tat, was man in solchem Fall
mit Inbrunst pflegt zu tun,
doch lassen Heilige überall
die Hände einmal ruhn.

An hundert Messen, all umsunst
und Kerzen ohne Zahl –
da wird Vertrauen schwere Kunst
und Hoffen schwere Qual.
“Herr Bischof, sagt, was bleibt mir noch?
Wißt Ihr noch einen Rat?
Der Himmel zürnt, wiewohl ich doch
die frömmsten Werke tat?”

Der Bischof lächelt fein und still
und streicht den blonden Bart:
“Mich dünkt, Herr Graf, der Himmel will,
daß Ihr zum Kreuze fahrt.
Das war noch immer letztes Heil
aus aller Not heraus,
fahrt hin, Herr Graf, ich bin derweil
ein Hirte Eurem Haus.”

Der Ritter rüstet Roß und Troß
zum letzten, was ihm blieb:
“Herr Bischof, hütet Frau und Schloß
mit Eurer frommen Lieb.
Find ich im heiligen Land die Gnad,
ein Kirchlein will ich baun
mit einem Türmlein schlank und grad,
für unsre liebe Fraun.”

Des Bischofs Segen nahm er mit,
des Weibes letzten Kuß,
und ritt betrübt davon, im Schritt,
denn Scheiden schafft Verdruß.
Zwei Jahre gehn gewiß darauf,
und ob die Reise nützt?
Sein Herz doch stärkt sich mählich auf,
einfältig Glauben stützt.

Zwei Jahre gingen drauf, trotzdem
er keine Zeit verlor.
Er kniete in Jerusalem
und trug sein Wünschen vor.
Und als er lag am heiligen Grab,
war's ihm, als sei's gewährt.
Noch fragt sich: Mädel oder Knab?
Ich nehm, was mir beschert.

Gestärkten Glaubens zog er heim,
sein liebes Weib im Sinn,
summt einen alten Wiegenreim
im Sattel vor sich hin.
Sein Schildknapp knurrte in den Bart
und hielt die Hand ans Ohr:
»Das ist mir schöne Ritterart,
der tut's der Amm zuvor.«

Der Graf doch sang noch manchesmal
verträumt die süße Weis,
bis daß im Abendsonnenstrahl
zu Ende ging die Reis.
Und, frommer Schrecken, rotumglüht,
was grüßt ihn weit ins Land?
“Hat sich der Herr so bald bemüht,
noch eh ich heimwärts fand?”

“Herr Bischof, ja, ich hab's erprobt,
Ihr ratet keinem schlecht.
Das Kirchlein, das ich ausgelobt,
es steht schon, seh ich recht.”
Weit riß der Graf die Augen auf,
kein Blendwerk war dabei:
Das Kirchlein stand, und obendrauf
der schlanken Türmlein zwei.

Wenn ich sterbe.

Legt rote Rosen mir um meine Stirne,
im Festgewande will ich von euch gehn,
und stoßt die Fenster auf, daß die Gestirne
mit heiterm Lächeln auf mein Lager sehn.

Und dann Musik! Und während Lieder schallen,
von Hand zu Hand der Abschiedsbecher blinkt,
mag mählich über mich der Vorhang fallen,
wie Sommernacht auf reife Felder sinkt.

Fromm.

Der Mond scheint auf mein Lager.
ich schlafe nicht,
meine gefalteten Hände ruhen
in seinem Licht.

Meine Seele ist still, sie kehrte
von Gott zurück,
und mein Herz hat nur einen Gedanken:
dich und dein Glück.

Du hast in meinem Herzen

Du hast in meinem Herzen
ein reines Feuer erweckt,
dran hab' ich erlosch'ne Kerzen
wieder angesteckt:

kleine Liebeslieder
sind wieder erwacht,
leben und leuchten wieder
nach langer Nacht.

Leuchten in reinen Flammen,
fürchte dich nicht davor,
ihr Summen und Singen zusammen
gibt einen lieblichen Chor.

So mögen die Engel singen,
die um Maria stehn,
mit gefalteten Schwingen,
und aufs schlummernde Kindchen sehn.

Heimat

Ich habe lieb die helle Sonne
und ihren Schein;
Der Tag ist mein Geselle,
Und treu will ich ihm sein.

Doch steigt aus Sternengründen
Die stille Nacht herauf,
Ist es mir, als stünden
Der Heimat Türen auf.

Das mitleidige Mädel

Trug mein Herz ich auf der Hand,
wehte ein Wind her übers Land,
weg war es!

Kam ein Mütterchen. "Mit Verlaub:
habt ihr mein Herz?" Die Alte war taub,
nickte nur.

Kam der Jäger, brummte was:
"So ein Herz, was schert mich das,
frag weiter!"

Fragt' ich die Wege auf und ab,
keiner mein Herz mir wieder gab,
weg war es!

Kam zuletzt des Huffenschmieds Kind:
"Mädel, sahst du kein Herz im Wind?"
Lachte sie leis:

"Hat's auch der Wind nicht,
hast du doch keins, du dauerst mich,
Bub, da, nimm meins,
aber halt's fest!

Seele

Dämmerung löscht die letzten Lichter,
noch ein irrer Schall und Schein,
und die Nacht hüllt dicht und dichter
alles Leben ein:

Und die Erde will nun schlafen;
aber ruhelos bist du,
steuerst aus dem stillen Hafen
 deinen Sternen zu.

Zwei mal zwei ist vier

Mit großen Gebärden und großen Worten
Treibens viele Leute allerorten.
Haben eine absonderliche Manier,
Zu sagen: zweimal zwei ist vier.
Orakeln im mystischen Tempelbass:
Liebe Brüder, wenn's regnet, wird's nass!
Je weniger sie zu sagen haben,
Je toller gebärden sich die Knaben.
Doch wie sie sich geben und wie sie beharren,
Man merkt gleich, es sind Narren.
Sind auch etliche "Dichter" darunter,
Die treiben's erst munter.

Da stehn sie nun an den Strassen

Nun kommen die vielen Weihnachtsbäume
aus dem Wald in die Stadt herein.
Träumen sie Ihre Waldesträume
wieder beim Laternenschein ?

Könnten sie sprechen! Die holden Geschichten
von der Waldfrau, die Märchen webt,
was wir uns erst alles erdichten,
sie haben das alles wirklich erlebt.

Da steh´n sie nun an den Straßen und schauen
wunderlich und fremd darein,
als ob sie der Zukunft nicht trauen,
es muß doch was im Werke sein!

Freilich, wenn sie dann in den Stuben
im Schmuck der hellen Kerzen steh´n,
und den kleinen Mädchen und Buben
in die glänzenden Augen seh´n,

dann ist ihnen auf einmal, als hätte
ihnen das alles schon mal geträumt,
als sie noch im Wurzelbette
den stillen Waldweg eingesäumt.

Dann stehen sie da, so still und selig,
als wäre ihr heimlichstes Wünschen erfüllt,
als hätte sich ihnen doch allmählich
ihres Lebens Sinn enthüllt:

als wären sie für Konfekt und Lichter
vorherbestimmt, und es müßte so sein,
und ihre spitzen Nadelgesichter
sehen ganz verklärt darein.

Winter
 

Ein weißes Feld, ein stilles Feld.
Aus veilchenblauer Wolkenwand
hob hinten, fern am Horizont,
sich sacht des Mondes roter Rand.

Und hob sich ganz heraus und stand
bald eine runde Scheibe da,
In düstrer Glut. Und durch das Feld
klang einer Krähe heisres Krah.

Gespenstisch durch die Winternacht
der große dunkle Vogel glitt,
und unten huschte durch den Schnee
sein schwarzer Schatten lautlos mit.

Zwei

Drüben du, mir deine weiße
Rose übers Wasser zeigend,
Hüben ich, dir meine dunkle
Sehnsüchtig entgegen neigend.

In dem breiten Strome, der uns
Scheidet, zittern unsre blassen
Schatten, die vergebens suchen,
Sich zu finden, sich zu fassen.

Und so stehn wir, unser Stammeln
Stirbt im Wind, im Wellenrauschen,
Und wir können nichts als unsre
Stummen Sehnsuchtswinke tauschen.

Leis, gespenstig, zwischen unsern
Dunklen Ufern schwimmt ein wilder
Schwarzer Schwan, und seltsam schwanken
Unsre blassen Spiegelbilder.

Viola d'amour!

Holde Königin der Geigen,
der die Liebe Namen lieh,
Liebe spielt dich zart und eigen
lockt und löst aus Traum und Schweigen
süße Melodie.

Liebesgeige, alles schönen,
alles tiefsten Zaubers reich,
Schmerz und Schmerzen zu versöhnen,
stimmst du mit den Silbertönen
Herz zu Herzen weich.

Und ich hör' dein Liedchen singen,
wie ein Hauch, ein Seufzer nur,
schwirrt es, und die Lüfte klingen zärtlich
unter seinen Schwingen, Viola d'amour!

Laue Sommernacht

Laue Sommernacht, am Himmel
Steht  kein Stern, im weiten Walde
Suchten wir uns tief im Dunkel,
Und wir fanden uns.

Fanden uns im weiten Walde
In der Nacht, der sternenlosen,
Hielten staunend uns im Arme
In der dunklen Nacht.

War nicht unser ganzes Leben
Nur ein Tappen, nur ein Suchen,
Da in seine Finsternisse
Liebe, fiel dein Licht.

Der rechte Ort

Es ist ein stiller Pfad
entlang an Klee und Korn,
wo Furchen grub das schwere Rad,
Geißblatt wuchert am Rand und Dorn.

Rings Farben, juliwarm,
und reifer Roggenduft,
ein tanzender Mückenschwarm
und Schwalben in zitternder Luft.

Und um die glühe Mittagszeit
Ein Bett im Heidekraut,
und weit
kein Menschenlaut.

 

Die Schnitterin

War einst ein Knecht, einer Witwe Sohn,
Der hatte sich schwer vergangen.
Da sprach sein Herr: "Du bekommst deinen Lohn,
Morgen musst du hangen."

Als das seiner Mutter kund getan,
Auf die Erde fiel sie mit Schreien:
"O, lieber Herr Graf, und hört mich an,
Er ist der letzte von dreien.

Den ersten schluckte die schwarze See,
Seinen Vater schon musste sie haben,
Dem andern haben in Schonens Schnee
Eure schwedischen Feinde begraben.

Und lasst ihr mir den letzten nicht
Und hat er sich vergangen,
Lasst meines Alters Trost und Licht
Nicht schmählich am Galgen hangen!"

Die Sonne hell im Mittag stand,
Der Graf sass hoch zu Pferde,
Das jammernde Weib hielt sein Gewand
Und schrie vor ihm auf der Erde.

Da rief er: "Gut, eh die Sonne geht,
Kannst du drei Aecker mir schneiden,
Drei Aecker Gerste, dein Sohn besteht,
Den Tod soll er nicht leiden."

So trieb er Spott, hart gelaunt,
Und ist seines Weges geritten.
Am Abend aber, der Strenge staunt,
Drei Aecker waren geschnitten.

Was stolz im Halm stand über Tag,
Sank hin, er musst es schon glauben.
Und dort, was war's, was am Feldrain lag?
Sein Schimmel stieg mit Schnauben.

Drei Aecker Gerste, ums Abendrot,
Lagen in breiten Schwaden,
Daneben die Mutter, und die war tot.
So kam der Knecht zu Gnaden.

Die Gedenktafel.
(Meinem Bruder.)

Du wolltest, jung und hohen Sinns,
Paläste bau'n und Tempel
und sehntest dich, ein Haus zu sehn
mit deines Geistes Stempel.
Was dir der Gott an Schönheit gab,
das liegt nun all im dunklen Grab.
Der Tod, der Neidgeselle,
nahm dir zu früh die Kelle,
das Richtmaß und den Zirkel ab.

Ich aber lebe noch im Licht
und bau' auf meine Weise
und bau' an einem Tempel fromm,
darin ich bet' und preise.
Aus Liedern soll ein Haus erstehn,
draus meine Augen fröhlich sehn,
darin vor allen Wänden
in stillen Opferbränden
der Schönheit ewige Flammen wehn.

Und eine Tafel bring' ich an,
davor zwei Kerzen ragen,
die soll auf ihrem hellen Grund
nur deinen Namen tragen
und soll mich mahnen früh und spät,
je herrlicher mein Haus gerät,
wie oft ein hohes Streben
sich bitterlich muß geben
und all in einer Nacht vergeht.

 

Die Sorglichen

Im Frühling, als der Märzwind ging,
als jeder Zweig voll Knospen hing,
da fragten sie mit Zagen:
Was wird der Sommer sagen?

Und als das Korn in Fülle stand,
in lauter Sonne briet das Land,
da seufzten sie und schwiegen:
Bald wird der Herbstwind fliegen.

Der Herbstwind blies die Bäume an
und ließ auch nicht ein Blatt daran.
Sie sahn sich an: Dahinter
kommt nun der böse Winter.

Das war nicht eben falsch gedacht,
der Winter kam auch über Nacht.
Die armen, armen Leute,
was sorgen sie nur heute?

Sie sitzen hinterm Ofen still
und warten, ob's nicht tauen will,
und bangen sich und sorgen
um morgen.

 

Schweigen

Nun um mich her die Schatten steigen,
Stellst du dich ein, willkommnes Schweigen,
Du, aller tiefsten Sehnsucht wert.
Sehr hab ich unter Lärm und Last
Des Tags nach dir, du scheuer Gast,
Wie einem lieben Freund begehrt.

Das wirre Leben ist verklungen,
In Höhen ging und Niederungen
Längst jeder laute Schall zur Ruh.
Urstimmen, die der Tag verschlang,
Erklingen, mystischer Gesang –
Ja, süßes Schweigen, rede du.

Was über deinen stillen Mund
Aus einem rätseltiefen Grund
Mit leisem Murmeln quillt herauf,
Ich halte zitternd meine Schalen
Und fang die feinen Silberstrahlen
Verborgner Quellen selig auf
 

Heimkehr

Du weißt, ich hab dich lieb gehabt,
Und immer gleich, an jedem Tag,
Ob ich ein wenig Glück uns fing,
Ob still in Sorgen abseits ging.

Da kam ein Frühlingssonnenschein
Und kam ein junger Rosentag,
Ich stand in lauter Rausch und Traum
An eines fremden Gartens Saum.

Aus holder Morgenlieblichkeit
Klang da ein Lied, so süß, so süß,
Daß ich im Lauschen mich verlor
Und hatt für deinen Ruf kein Ohr.

Doch gab des Gartens Tür nicht nach,
Ein zweifach Schlößlein lag davor,
Das hat den Träumer aufgeweckt,
Ihn auf sich selbst zurückgeschreckt.

Er riß sich los und kehrt nun heim
Und drängt sein Herz an deines hin.
Trotz Rausch und Traum, du fühlst, es blieb
Das alte Herz und hat dich lieb
 

Ein Tageslauf

Sitz ich sinnend, Haupt in Hand gestützt:
Schöner Tag, hab ich dich recht genützt?

Einen Kuß auf meines Weibes Mund,
Liebesgruß in früher Morgenstund.

Sorg ums Brot in treuer Tätigkeit,
Offnes Wort in scharfem Männerstreit.

Einen guten Becher froh geleert,
Kräftig einem argen Wunsch gewehrt.

Leuchtend kommt aus ewigem Sternenraum
Noch zuletzt ein seliger Dichtertraum.

Sinnend sitz ich, Haupt in Hand gestützt:
Schöner Tag, ich hab dich ausgenützt.
 


Der törichte Jäger

Er zog hinaus, das Glück zu fangen,
Und jagte mit erhitzten Wangen
Bis in den späten Abendschein.
Umsonst, es war ein schlimmes Jagen,
Er kehrte müde und zerschlagen
In seine warme Hütte ein.

 
Da saß in schlichtem Werkelkleide,
Dem wilden Jäger schier zu Leide,
Am Herde eine stille Magd.
Sie reichte ihm den Trunk, den Bissen,
Und ging zu Hand ihm, dienstbeflissen,
Wie es dem müden Mann behagt.

Sie hatte still sich eingefunden
Und ungefragt, vor Jahr und Stunden,
Und ihre Treue nahm er hin.
Heut saß sie blaß zu seinen Füßen,
Er ließ sie seinen Unmut büßen,
Das flüchtige Wild lag ihm im Sinn.

Und muß ich mich zu Tode hetzen,
Es soll mein heißes Herz ergetzen,
Rief er und rief sein letztes Wort,
Und kehrte grollend ihr den Rücken
Und setzte über Traumesbrücken
Die Jagd nach seinem Wilde fort.

Am Morgen, eh die Vögel girrten,
Erwacht er. Seine Blicke irrten
Schlaftrunken über Bett und Wand
Und hin zum Herd. Da stand im Scheine
Des Feuers, bleich am weißen Steine,
Die Magd, ihr Bündel in der Hand.

Wohin? Was treibt dich? – Laß mich wandern,
Mein Dienst gehört jetzt einem andern,
Leb wohl, ich kehre nicht zurück.
Schon stand sie draußen vor der Pforte,
Er hört nur noch die Abschiedsworte:
Vergiß mich nicht, ich war das Glück.

 

Sommerglück

Blütenschwere Tage
In Düften und Gluten rings,
Mein Herz tanzt wie auf Flügeln
Eines trunkenen Schmetterlings.

Die Rosen über den Mauern,
Der Birnbaum darüber her,
Alles so reich und schwer
In sehnenden Sommerschauern.

Das juligelbe Land
Mit dem träumenden Wälderschweigen
Fern am duftigen Rand,
Darüber die Wolken steigen –

O, wie sag ich nur,
Was alles mein Wünschen ins Weite führt!
Mich hat des Glücks eine leuchtende Spur
Mit zitternder Schwinge berührt.
 

 

Was will ich mehr

Noch halt mit beiden Händen ich
Des Lebens schöne Schale fest,
Noch trink und kann nicht enden ich
Und denk nicht an den letzten Rest.

»Doch einmal wird die Schale leer,
Die letzte Neige schlürftest du.«
So trank ich doch, was will ich mehr,
Dem Tod ein volles Leben zu
 

 

Von weißen Rosen

Das Glück teilt seine Rosen aus,
Macht auch wohl mal ein Kränzlein draus,
Aus roten, die gleich Sonnen glühn,
Aus weißen, die gleich Sternen blühn.
Der roten viel am Wege stehn,
Die weißen muß es suchen gehn.

Viel flinke Hände schickt es aus,
Hilfsenglein sucht von Haus zu Haus:
Ein Wunsch, von Herz zu Herz gedacht,
Ein Seufzer in verschwiegener Nacht,
Ein Tränlein, oder was es sei,
Gib acht, flieg nicht daran vorbei!

Mein Garten ist voll weißen Glücks.
Das Englein siehts: Wie lieblich! Pflücks
Für sie, für dies in Blüte steht:
Ein Morgengruß. Ein Nachtgebet.
Ein Habdichlieb! Ein Denkedein! –
Ihm zittern vor Freude die Flügelein.

Und alle Rosen, die es fand,
Nimmt es in seine weiße Hand,
Und wo es nur ein Röslein nahm,
Sogleich ein anderes wiederkam.
So findets immer einen Flor
Für dich erblühter Rosen vor.

Da macht das Glück die Augen groß,
Hat einen überreichen Schoß:
Das langt ja bis zum jüngsten Tag,
Obs Mädel den erleben mag?
Und geht es eh zum Himmel ein,
Bringts lauter Rosen mit hinein!

Und sinnend siehts, närrischer Traum,
Es schon vorweg im Himmelsraum;
Gar lieblich gehts mit seinem Kranz
Und überstrahlt der Engel Glanz.
Im Schürzlein hat es, weiße Pracht,
Ein Häuflein Rosen mitgebracht.

Als unversehns vor Gott es steht,
Ein Schreck ihm durch die Glieder geht.
Die Rosen fallen ihm aus dem Schoß,
Sogleich geschieht ein Wunder groß:
Was eben weiße Blüte war,
Wird eine lichte Bubenschar:

Ein Morgengruß. Ein Nachtgebet.
Ein Wunsch, der sich verschämt verrät.
Ein Tränlein, still in sich hinein.
Ein Habdichlieb. Ein Denkedein.
Die knien, ein lieblicher Kranz, mit stumm
Gefalteten Händchen um sie herum.

Der Herr, halb lächelnd, halb gerührt,
Ein seltsam Herzbewegen spürt.
Und ist kein Laut im Himmel drin,
Sehn alle auf die Holde hin.
Die steht verwirrt, verschämt – da fällt
Das Glück jäh aus der Himmelswelt.

Mein Englein kommt, sein Schelmblick lacht,
Mit einer neuen Rosenfracht.
Kein Märzgestöber fällt so dicht,
Wie jetzt ein Schnee herniederbricht.
Halt! ruft das Glück, weiß überschneit,
Das reicht für Zeit und Ewigkeit!
 

 

De lütt Boom

Ik bin de lütt Boom,
De an de Landstrat steit,
Plückt allens an mi rüm,
Wat weglangs geit.

Een plückt sikn Blatt,
De anner en Blöt,
De smitt se denn weg,
Und de pedd denn de Föt.

Doch hett in min Aest
Sikn Vagel inwahnt,
Un küßt mi de Sünn,
Un strakt mi de Mand.

Denn hev ik min Freud
Und tröst mi ok meist:
Wat helpt, lütt Boom,
Du steist, wo du steist

 

 

Nach Jahren

Die ruhenden, stillen Felder,
Darüber der Vollmond steht,
Die weiten, schweigenden Wälder,
Daher ein Schauer weht.

Wie hab ich selig genossen
Die schöne Nachteinsamkeit
Und habe den Schatz verschlossen
Für kommende, dürstende Zeit.

Nun träum ich die alten Träume
Und rühre leise den Schatz,
Sacht rauschen die alten Bäume,
Und alles am alten Platz.

Mir ist, als könnt ich gehen
Nur grad ins Feld hinein,
Mit geschlossenen Augen sehen
Den klaren Vollmondschein.

Und leise Schauer wehen
Kühl mich wieder an,
Und die alten Sterne stehen
Über dem träumenden Mann.

 


 Märchen

In deiner lieben Nähe
Bin ich so glücklich. Ich mein,
Ich müßte wieder der wilde,
Selige Knabe sein.

Das macht deiner süßen Jugend
Sonniger Frühlingshauch.
Ich hab dich so lieb. Und draußen
Blühen die Rosen ja auch.

O Traum der goldenen Tage!
Herz, es war einmal.
Abendwolken wandern
Über mein Jugendtal.

 

 

Nachts in der träumenden Stille

Nachts in der träumenden Stille
Kommen Gedanken gegangen,
Nachts in der träumenden Stille
Atmet, zittert ein Bangen,
Nachts in der träumenden Stille,
Ratlose quälende Fragen.
Weit über alles Sagen
Kommen Gedanken gegangen,
Atmet, zittert ein Bangen
Nachts in der träumenden Stille.

 

Ein Unterschied

Das war einmal: ich liebe dich!
Wie Jugend wohl zu Jugend sagt,
Die sich in ihrem Überschwang
An alle großen Worte wagt.

Jetzt fragst auch du nicht: liebst du mich?
Du fragst nur schlicht: hast du mich lieb?
Und lächelst, dass nach Lust und Blust
Die reife Frucht am Stengel blieb.

Ich hab’ dich lieb. Das klingt so süß
und klingt so reif. Ein Sommerlaut,
Wenn rings der Blick im Vollbesitz
Auf segenschöne Felder schaut.

Gib deine Hand, und keinen Kuss.
Mein Weib. Nur Blick in Blick. So. Gib.
Und hör das Sommersegenswort,
Das reife Wort: ich hab’ dich lieb.

Der Schritt der Stunde

Der Schritt der Stunde, wenn du schlaflos liegst,
und die Gedanken sich wie Schwalben jagen,
wenn sehnend du bis an die Sterne fliegst
und leer zurückkehrst, flügellahm, zerschlagen.

Der Schritt der Stunde, wenn du schlaflos liegst,
und aus dem Dunkel starren stumme Klagen,
daß du dich schluchzend in die Kissen schmiegst
und weißt nicht ein und aus. Schon wird es tagen,

das Leben jauchzt auf tausend hellen Geigen,
du aber hörst nur durch den muntern Reigen,
nachzitternd, dumpf, wohin du fliehen magst,

den Schritt der Stunde, da du schlaflos lagst
und rangst und fühltest in fruchtlosem Klopfen
an Gottes Pforten deine Kraft vertropfen.

Die feinen Ohren.
(Meiner Mutter.)

Du warst allein,
ich sah durchs Schlüsselloch
den matten Schein
der späten Lampe noch.

Was stand ich nur und trat nicht ein?
Und brannte doch,
und war mir doch, es müßte sein,
daß ich noch einmal deine Stirne strich
und zärtlich flüsterte: Wie lieb' ich dich.

Die alte böse Scheu,
dir ganz mein Herz zu zeigen,
sie quält mich immer neu.
Nun lieg' ich durch die lange Nacht
und horche in das Schweigen -
ob wohl ein weißes Haupt noch wacht?

Und einmal hab' ich leis gelacht:
Was sorgst du noch,
sie weiß es doch,
sie hat gar feine Ohren,
ihr geht von deines Herzens Schlag,
obwohl die Lippe schweigen mag,
auch nicht ein leiser Ton verloren.

 

Der erwachende Tag

Hinter leichtem Wolkenschleiern
reibt die Augen sich der Tag,
zögert noch, gedenkt des Traumes,
der  sich ihm nicht deuten mag.
Kräftig reckt er seiner Glieder
lichte Pracht
und mit einem goldnen Lachen
springt er aus der Nacht.

De Stormflot

Wat brüllt de Storm?
De Minsch is'n Worm!
Wat brüllt de See?
'n Dreck is he!

De Wind de weiht, up springt de Flot,
Und sett up den Strand ern natten Fot,
Reckt sick höger und leggt up't Land,
Patsch, ere grote, natte Hand.

De lütte Diek, dat lütte Dorp,
De Flot is daraewer mit eenem Worp.
Dar is keen Hus, dat nicht wankt und bevt,
Dar wahnt keen Minsch, de morgen noch levt.

Wat brüllt de Storm?
De Minsch is'n Worm!
Wat brüllt de See?
'n Dreck is he!

Heimweh.

Wo die Wälder Wache halten
um dein weißes Haus,
daß nicht wilde Sturmgewalten
toben ein und aus,

kommt auf weichen, schnellen Schwingen
öfter wohl ein Wehn,
darin ist ein süßes Klingen
und ein Glockengehn.

Heimatlieder, liebe, traute,
o, wie das doch singt,
Heimatglocken, tiefe Laute,
o, wie das doch klingt!

Über deine dunklen, dichten
Wälder wandert still
deine Sehnsucht, die zur lichten
fernen Heimat will.

Feierabend

Über reifen Ähren liegt
Stiller, goldner Abendschein.
Eine junge Mutter wiegt
Sacht ihr Kind und singt es ein.

Letzter heller Sensenklang
Zittert übers Feld hinaus,
Und der Schnitter ruht am Hang
Feiernd bei den Seinen aus.

Sein gebräuntes Angesicht
Leuchtet über seinem Sohn;
Doch er stört den Schläfer nicht,
Und die Hütte wartet schon.

Leichter Herdrauch steigt und weht
Über Wipfel her. Nicht fern
Winkt das Dach. Und drüber steht
Friedefromm der Abendstern.

Meinem Kinde

Du schläfst und sachte neig' ich mich
Über dein Bettchen und segne dich.
Jeder behutsame Atemzug
ist ein schweifender Himmelsflug,
Ist ein Suchen weit umher,
Ob nicht doch ein Sternlein wär'
Wo aus eitel Glanz und Licht
Liebe sich ein Glückskraut bricht,
Das sie geflügelt herniederträgt
Und dir auf's weiße Deckchen legt.
Du schläfst und sachte neig' ich mich
Über dein Bettchen und segne dich.